Emma (5;0) & Paul (2;9)

Mittwoch, 6. September 2006

Kindermarathon

Emma - 2,11 Jahre & Paul - 0,8 Jahre
Clara - 8,0 Jahre & Chris - 4,10 Jahre
Obwohl ich den ganzen Tag mit wechselnden Teilzeit-Minis unterwegs war, fällt mir gerade nicht so viel intereessanter Blog-Inhalt ein... also liefere ich erstmal einen Tatsachenbericht ;)
Zunächst habe ich Emma um halb eins aus der Kita abgeholt. Wieder stand gleich Zähneputzen auf dem Programm (ich frage mich, wann die anderen Kinder das tun, denn das Badezimmer war wieder leer), anziehen und ab auf den Spielplatz. Dort befand sich noch ein weiteres Kind, vielleicht etwas über 2 Jahre alt. Solange andere Kinder Emma in Ruhe lassen, lässt sie sich nicht weiter von deren Anwesenheit stören; sobald sie aber auch nur angesprochen wird oder ein Kind es wagt, in ihrer unmittelbaren Nähe zu spielen oder sie gar aufzufordern, ein bestimmtes Spielgerät frei zu machen. wird Emma schnell unleidlich. Da sie es familiär bedingt gewohnt ist, dass meistens kampflos getan wird, was sie möchte, bekomme ich in solchen Situationen von ihr dann entschiedene Sätze zu hören wie "Wir gehen jetzt!". Soso! Nunja, vielleicht sollte ich demnächst ihre soziale Entwicklung mal etwas fördern und ihr nicht gestatten, aus sozialen Situationen einfach zu flüchten. Heute war der Auslöser jedenfalls das besagte andere Kind, das - zwar in einer fremden Sprache, aber doch unmissverständlich - forderte, genau jenes Wipppferd zu besetzen, auf dem Emma gerade saß. Emma witterte die Gefahr, kreischte noch kurz "Nei-iiin!", starrte das andere Kind einige Sekunden bewegungslos an, welches ebenfalls nichts mehr sagte oder tat, und - stieg dann einfach vom Pferd (und forderte danach den Heimweg an)! Ich frage mich wirklich, was in diesen Sekunden in ihrem Kopf vorging. Ganz offensichtlich wollte sie das Pferd nicht wirklich frei machen, aber obwohl das andere Kind keine aggressiven Absichten erkennen lassen hat, hat Emma den Rückzug angetreten. Zu wenig Selbstbewusstsein? Angst vor Konsequenzen? Fehlender Handlungsplan? Wirklich gut, dass sie nun im Kindergarten sicherlich reichlich Gelegenheit bekommt, mit solchen Situationen umzugehen zu lernen!
Ebenso wie soziales Verhalten gehört auch die grobmotorische Betätigung nicht zu Emmas Stärken, die feinmotorisch und intellektuell wirklich weit entwickelt ist. Sie ist immer schon ängstlich gewesen, was klettern, Höhe, Bewegung etc. angeht. Heute hat sie sich aber getraut, eine senkrechte Leiter zu erklimmen (was sie ja noch verweigert hat). Sie hat aus eigenem Antrieb einen Fuß auf die erste Sprosse gesetzt, sich zu mir umgewendet und mich fragend angesehen. Ich habe sie ermutigend und nickend angelächelt und sie hat den anderen Fuß auch auf die Sprosse gestellt. Weiter wollte sie dann allerdings nicht - als hätte sie Angst vor der eigenen Courage, ist sie wieder abgestiegen. Da ich ihr ein motorisches Erfolgserlebnis verschaffen wollte, bin ich zu ihr gegangen und habe gefragt, ob ich mich hinter sie stellen soll, wenn sie es nochmal probiert. Die Idee fand sie gut und siehe da: mit meiner sichernden Hand im Rücken (oder eher beruhigenden, denn halten können hätte diese Hand sie im Falle eines Falles nicht) hat sie es bis oben geschafft und war stolz wie Oskar! Das ganze hat sie dann noch einige Male wiederholt und wurde zunehmend sicherer. Ein schöner Moment!
Weiter im Bericht: auf dem Nachhauseweg verlangte Emma im Buggy: "Ich will liegen!". Also das Rückenteil runtergeklappt und einen Umweg nach Hause gelaufen, in der Hoffnung, dass sie einschläft (wie früher im Kinderwagen immer sofort ;)). Obwohl sie sehr müde vom Kita-Tag war, hat es damit aber nicht geklappt. Das Stündchen zu Hause waren wir dann nicht allein, da die Putzfrau gerade Löcher in Blusen bügelte ;) Wir haben uns aber nicht stören lassen und gespielt, bis ihre Mama mit Paul nach Hause kam und mir mitteilte, dass ich morgen Emma wahrscheinlich nicht mittags abholen werde müssen, weil geplant sei, sie für den Nachmittag erstmals auch in der Kita zu lassen. Ich bin sehr gespannt, ob Emma sich damit einverstanden erklärt morgen!
Von Emmas Zuhause aus bin ich direkt weitergefahren zu Schule und Kita von Clara und Chris. Die beiden waren auch wieder unkompliziert auf dem Heimweg und Zuhause (im Bus wieder ein Beitrag von Clara zum Thema "Bedeutung von Äußerlichkeiten in der mittleren Kindheit": "Wenn ich groß bin, will ich so sein wie du - schön, groß, schlank." *supergrins* Ich hoffe ja, mein "Sein" definiert sich nicht nur durch sichtbare Attribute!
Die ganze Zeit Zuhause ging damit vorbei, dass Clara mir Cluedo beigebracht hat (und gewonnen hat), während Chris sich ganz brav alleine beschäftigte ohne zu quengeln. Nach dem Abendbrot hatten wir dann aber auch noch Zeit, mit seiner Carrerrabahn mitzuspielen, da die Eltern heute später als gewöhnlich kamen. Und dann war ich froh, mich nach dem Kindertag endlich auf meinen Heimweg machen zu dürfen :)

P.S.: Nachtrag Donnerstag: Emma bleibt heute tatsächlich freiwillig (und wie bereits angeklungen, würde die Mutter sie nie gegen Emmas Willen länger dort lassen) über Mittag in der Kita! Habe ich mir doch gedacht, dass die ganze Kita-Sache für Emma nicht so schlimm ist!

Montag, 4. September 2006

Abholservice

Emma - 2,11 Jahre & Paul - 0,8 Jahre
Heute habe ich meinen "Kindergarten-Abholservice" auf Emma ausgeweitet. Sie geht seit Ende August in die Kita, und seit heute arbeitet ihre Mutter auch wieder. Also hole ich Emma ab jetzt montags immer ab, normalerweise erst um 16 Uhr, bisher bleibt sie aber nur bis mittags in der Kita, so dass ich heute schon pünktlich nach dem Mittagessen um halb 1 zum Zähneputzen in der Kita parat stehen musste. Das erste, was ich von Emma gehört habe, war ein meckeriger Tonfall gepaart mit einer Schmollippe. Gefragt nach dem Grund ihres Unbehagens wurde mir mitgeteilt, dass sich irgendwo gar keine "Bewachsenen" befänden. Klar, dass ich das erstmal nicht kapiert habe ;) Nach geduldiger Wiederholung der Beschwerde seitens Emma ging mir aber ein Licht auf: es gefiel ihr nicht, dass zum Zähneputzen kein Erwachsener mit im Bad war. Das finde ich allerdings auch etwas seltsam. ALso haben wir noch schnell ihre Zähne gemeinsam einsam im Bad geputzt. Naja, komplett allein waren wir nicht; aus einem der Toilettenabteile kam schließlich ein etwa Vierjähriger, drehte mir den nackten Po zu und wollte wissen, ob da noch "K...a" dran sei :D
Auf dem Heimweg, Emma hatte es sich im Buggy bequem gemacht, habe ich sie mal ein bisschen gelöchert, wie ihr das denn nun in der Kita gefalle. Ich höre ja immer Schauergeschichten von ihrer Mama, von wegen Heulen und so. Auf mich hat Emma allerdings keinen allzu unglücklichen Eindruck gemacht. Sie gab dann auch zu, sie fände es "schöön" in der Kita. "Aber manchmal ich auch weine." - Wenn Mama weggeht?" - "Jaha...aber nich' bei Papa! Wenn Papa geht, ich nich' weine!" Einen Grund für diesen Unterschied konnte Emma mir aber natürlich nicht nennen. Ihr wird das auch nicht so bewusst sein, aber ich vermute das Trennungsproblem zu einem erheblichen Teil auf seiten der Mutter ;) Diese scheint nichts anderes von Emma zu erwarten, als dass sie weinen muss, wenn sie weggeht. Ihr Papa hingegen möchte eher fördern, dass Emma sich nicht "anstellt", und ich glaube sogar, er hat in diesem Fall Recht. Für Emma ist der Kitaaufenthalt nur insofern neu, als dass es dort viele Kinder und neue Erwachsene gibt; die lange Trennung von den Eltern hingegen ist sie bereits von ihren Jahren bei der Tagesmutter gewohnt. Auch bei mir hat sie von Anfang an überhaupt gar kein Problem gehabt, wenn ihre Mama wegging. Ich denke, sie könnte sich inzwischen auch in der Kita ohne Tränen trennen für die 4 Stunden, und kann es ja offenbar auch bei Papa. Aber vielleicht braucht Mama den Abschiedsschmerz noch ein bisschen.... ;)
Wir beiden jedenfalls hatten dann noch viel Spaß. Sie hatte sich auch schon wochenlang darauf gefreut, dass ich sie abhole ("Emma, nächste Woche hole ich dich dann ja auch aus der Kita ab!" - Emma ganz ernsthaft: "Jaa, ich mich schon freu!") und viele Stunden mit ihr alleine - ohne Baby Paul - verbringe. Also waren wir erstmal auf dem Spielplatz. Emma ist ja motorisch nie besonders begeistert gewesen, aber inzwischen kann auch sie sicher Leitern hochklettern, rutschen und ganz hoch schaukeln. Ich erinnere mich noch an ziemlich genau vor einem Jahr, als wir auf demselben Spielplatz waren, ich sie mit hoch genommen habe in das Häuschen, aus dem die Rutsche hinausgeht. Kaum oben, fing sie an zu jammern "Maaama, hause gehn". Das war ihr eindeutig noch zu unheimlich da oben ;) Nur ganz senkrechte Leitern traut sie sich heute noch nicht hoch.
knallerbsenNach Hause wollte sie heute zwar auch irgendwann freiwillig, aber unterwegs haben wir noch einen ausgedehnten Zwischenstopp bei den Knallerbsenbüschen einlegen müssen: alle mussten ab und platt gemacht werden! Danach waren wir auch noch in der Sandkiste im Garten, und erst dann endlich zu Hause. Dort wurde mit der Playmobil-Stadt gespielt, die Emma so liebt. Als ich gefragt habe, ob das Playmobil-Baby im grünen Anzug Paul sei, meinte sie, dass das Playmobil-Baby Paul gelb sei - "aber der ist weg!" Sehr bezeichnend!
Mit ihrem kleinen Bruder hat sie nämlich insofern ein Problem, als dass er die dumme Angewohnheit hat, die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu lenken ;) Emma liebt Paul ohne Zweifel, und rennt immer sofort zu ihm, wenn er schreit, streichelt und küsst ihn - und rennt dann wieder weg, ganz egal, ob er noch lauter brüllt ;) Aber es wurmt sie doch sehr, wenn ich mich auch mal mit Paul beschäftige ("Nein, Malin nich' Paul nehme!"), wie es z.B. heute der Fall war, als er mit seinem Papa von seiner Tagesmutter kam. Dort war er gerade erst ein paar Mal, dementsprechend unwirsch war er drauf. Papa durfte auf keinen Fall den Raum verlassen. Paul kennt mich noch gar nicht, oder nur in Anwesenheit seiner Eltern. Deshalb sollten wir uns heute auch mal ein bisschen vertraut machen, also habe ich versucht, etwas mit ihm zu spielen und mit ihm zu sprechen. War leider fast unmöglich, da Emma augenblicklich in Boykottstellung ging, nur noch laut und nervig war, um auf Teufel komm raus die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auch wird sie in dieser stürmischen Eifersuchtsstimmung schonmal recht grob zu Paul, wirft sich auf ihn und nimmt ihm ständig alles weg, was er gerade in die Finger bekommt. Ich glaube, in Emmas Anwesenheit werden Paul und ich auf keinen grünen Zweig miteinander kommen :( Naja, aber irgendwann ist er ja sowieso aus der Fremdelphase raus und dann werden wir uns auch entspannter anfreunden können. Im Moment hat er auch gut zu tun mit der Eingewöhnung bei seiner Tagsemutter, die wirklich hart für ihn ist.
Ups, das war lang, aber gab ja auch viel Neues zu erzählen ;) Gleich am Mittwoch hole ich Emma wieder ab, da sie ja wie gesagt noch nicht über Mittag in der Kita bleiben soll. Mal sehen, wann alle Beteiligten *hüstel* bereit sind, Emma bis zum Nachmittag dort zu lassen... Mir soll's auf jeden Fall auch so recht sein, freue mich, Emma endlich regelmäßig zu sehen :)

Mittwoch, 19. Juli 2006

Like Pinguine in the Sunshine we are melting away...

Emma - 2,9 Jahre & Paul (0,6 Jahre)
Hatte heute lieben Besuch! Emma und Paul waren mit ihrer Mama zum Tee bei mir. Wir sind zwar in der Hitze fast zerflossen, aber nett war's trotzdem :)
Paul kommt mir schon sooo groß vor! Céline war in seinem Alter viel kleiner und zarter. Jetzt ist sie vielleicht so groß wie Paul, der fast drei Monate jünger ist. Aber der ist auch ein Süßer ;) Hat einige Ähnlichkeit mit seiner Schwester als Baby. Wenn er ernst aus der Wäsche guckt, hat er ein ziemlich ausdrucksstarkes Gesichtchen. Meist lacht er aber laut, weil seine Emma ihn bespielt. Dabei ist sie manchmal ganz schön grob! Zum Beispiel schmeißt sie sich gern mal auf ihn, wenn er auf dem Boden liegt oder setzt einen Fuß auf seine Brust o_O Ich würde in solchen Situationen ganz bestimmt dazwischen gehen, aber ihre Mama schaut sich das an (bis es zu wild wird). Naja, sie kann wahrscheinlich auch viel besser einschätzen als aich, wieviel er aushält, und so lange er dabei noch laut lacht, kann es ja nicht so schlimm sein ;) Jedenfalls sind die zwei echt süß zusammen.
Zeitweise haben wir mit Emma zusammen gespielt, aber sie spielt auch schon sehr schön alleine. Genau wie Paul, der auch nichts dagegen hat, mal ein bisschen in Ruhe auf seiner Decke zu liegen, ohne dass sich jemand mit ihm befasst.
Wieder musste ich alle meine Plüschtiere für Emma aus den Regalen holen. Das "Spiel" haben wir vor etwa einem Jahr schon einmal gespielt - und da Emma nie etwas vergisst, musste es wieder so sein ;) Meine Pinguin-Familie hat sie besonders fasziniert, so dass sie danach gleich nur noch Pinguine kneten wollte. Wir mussten natürlich mitmachen. Das Ergebnis:

knetpingus

Der Kleine links ist von mir, der daneben von mir und Emma (und das soll ICH als Pinguin sein) , die beiden blauen hat Emmas Mama geknetet - man beachte die Ohren an ihrem ersten Versuch rechts!!! und der ganz rechts ist Emmas abstraktes Pinguinkunstobjekt :) Auch beim darauffolgenden Malen musste wieder ein Pinguin her. Vielleicht stellt die Spitze oben in der Mitte ja den Schnabel dar?

emmamalt

Ab September hole ich Emma einmal pro Woche vom Kindergarten ab - freu mich schon, sie endlich regelmäßig zu sehen! Ich weiß gar nicht warum, aber wir hatten vom ersten Moment an eine besondere Beziehung zueinander, obwohl wir uns nie öfter als einmal pro Monat gesehen haben (abgesehen von der Woche, wo ich ihr Tagesmutter-Ersatz war, als sie ca. 1,5 J. alt war).

Samstag, 27. Mai 2006

Schlaues Köpfchen

Emma - 2,7 Jahre & Paul - 0,4 Jahre
Bei Emma und Paul heute nachmittag ging es gleich so erfreulich weiter, wie es vorhin bei Lukas aufgehört hatte :) Ich war dort zwar heute nicht als Babysitter, sondern war zum "Kaffeklatsch" eingeladen, aber das war Emma natürlich total egal. Ich war noch gar nicht zur Tür rein, da fing sie schon an zu quatschen und hat auch eigentlich damit nicht mehr aufgehört, bis sie mich am Ende noch zur S-Bahn begleitet haben ;) Ich kam fast gar nicht dazu, mich mit ihrer Mutter zu unterhalten oder mal ein bisschen mit dem kleinen Paul zu schäkern, so mit Beschlag belegt war ich von Emma. Alles was sie machen wollte, wollte sie nur noch mit mir machen: spielen, essen, sich anziehen, draussen an der Hand laufen... Das ist so schön, wenn ein Kind einem so lieb zeigt, wie sehr es einen mag. Sie hatte sich laut ihrer Mama auch heute schon sehr auf mich gefreut - und damit bin ich gleich beim ersten "point of interest": Emma hat ja ein absolut unglaubliches Gedächtnis für ihr Alter! Wir sehen uns wirklich eher selten, maximal einmal im Monat, und zwischendurch auch mal 3 Monate gar nicht. Trotzdem vergisst sie mich nie, spricht angeblich öfter mal über mich (schlägt z.B. ihrer Mutter morgens vor, wenn sie nicht zur Tagesmutter will, "zu Malin gehen?") und verhält sich auch immer so, als ob sie mich erst 2 Tage nicht gesehen hätte. Ein paar Beispiele für ihr Elefantengedächtnis? Gestern hat sie mir mal eben so beim Eis essen erzählt, dass sie ja schonmal bei mir zu Hause war und ihre Mama sie dann abgeholt hat. Ich musste erstmal überlegen, denn in letzter Zeit war sie nicht bei mir...allerdings vor ca. 1 Jahr! Da war sie gerade 1,5 Jahre alt und nur etwa eine Stunde bei mir. Ich finde es wirklich unfassbar, dass sie sich daran erinnert. Auch meinen großen Gymnastikball hat sie nicht vergessen. Ich war platt! Erstmals habe ich mich über ihr Erinnerungsvermögen aber schon viel früher gewundert. Ich habe sie kennengelernt, als sie 10 Monate alt war. An dem Tag habe ich mit einem kleinen Papierschnipsel Wegpusten vom Finger gespielt. Das hat sie sehr fasziniert. Dann haben wir uns erst einige Wochen später wiedergesehen - und prompt hat Emma ihre Hand hochgehoben und mit den Backen und dem Mund Pustebewegungen (wenn sie auch noch nicht wirklich pusten konnte) gemacht! Da wusste sie also noch, dass ICH vor mehreren WOCHEN mit ihr genau dieses Spiel gespielt hatte! Das waren so die markantesten zwei Erlebnisse bezüglich Gedächtnis, die ich mit Emma hatte, aber in der Zwischenzeit hat sie ihre Fähigkeiten auch im Alltag unter Beweis gestellt. Sie weiß schon immer genau - also auch, als sie erst ein Jahr alt war und mich gerade mal so verstanden haben dürfte, wenn ich verzweifelt nach ihrem zweiten Hausschuh gefragt habe - , wo sich irgendetwas in der (ziemlich chaotischen ;)) Wohnung befindet, wo sie es zuletzt hingetragen hat, und sei es der absurdeste Ort. Selbst Moritz oder Clara traue ich es manchmal nicht zu, dass sie sich an irgendeine bestimmte Situation, die wir zusammen erlebt haben, erinnern. Man darf gespannt sein, wie Emma mit 4 oder 7 sein wird!

Um beim Thema "Entwicklung" zu bleiben: heute morgen hatte ich mich ja gefragt, ob sie die Farben schon so sicher kennt wie Lukas. Definitiv ja. Außerdem ist mir aufgefallen, dass sie im Gegensatz zu Lukas schon lange "Ich" sagt, wenn sie über sich spricht. Damit hat sie im September letztes Jahr angefangen, da war sie 1,11 Jahre alt, das ist sehr früh. Lukas sagt noch z.B. "Lukas machen". Aber das wird sich bestimmt auch bald ändern. Jungs sind ja auch manchmal etwas gemächlicher in der Entwicklung. Emma braucht auch am Tage keine Windeln mehr (nagut, das kann aber schon auch noch mal schiefgehen), aber Lukas schon. Ich will ja hier keine Diskussion zum Thema "Anlage-Umwelt" anfangen, aber ich habe doch das Gefühl, dass bei Emma auch viel mit der Förderung durch ihre Mama zusammenhängt. Die beschäftigt sich und spricht auch ganz anders mit Emma als Lukas Mama, dabei hat sie nicht unbedingt mehr Zeit dafür. Ich denke, das hat auf jeden Fall Auswirkungen auf Emmas geistige Entwicklung.

So, abschließend ein Foto von Emmas Geschenk an mich:

etui

Was könnte das wohl sein? Riiiiichtig, natüüüürlich ein Brillenetui für Malins Brille ;) Da ist sie auch wieder ganz alleine drauf gekommen!

Mittwoch, 12. April 2006

Stiftung Babysittertest

Emma - 2,6 Jahre
Letzte Woche habe ich Emma von der Arbeitsstelle ihres Vaters abgeholt und nach Hause gebracht. Während Paul mit seiner Mama unterwegs war, war auch noch Emmas Halbschwester - nennen wir sie X - von mir mitzunehmen. X ist schon 8, und kannte mich bisher nur vom Sehen, da sie normalerweise nicht mit Emmas Familie zusammenwohnt. Ich hatte dann den ganzen Nachmittag das Gefühl, das analysierte Objekt eines ausführlichen Produkttests zu sein icon_wink.
X hatte nämlich zum ersten Mal einen Babysitter, und alles, was damit zusammenhängt, ließ sie einfach nicht mehr los. Ich sah mich stundenlang mit allerhand Fragen über meine Aufgabe konfrontiert, die in den unerwartetsten Momenten aus X. herausschossen. Die Highlights des Produkttests:

X: "Hast du noch mehr Kinder?" später noch:"Wie viele Kinder hast du noch?"
Ich nenne einige Namen und zähle zusammen.
X ergänzt:"Und jetzt auch noch mich!" [Sie bestand darufhin noch öfter darauf, dass sie jetzt auch ein "Teilzeit-Mini" sei; ich halte es aber eher für unwahrscheinlich, dass wir nochmal zufällig am selben Tag bei Emma und Paul sind. Schade eigentlich.]

X: "Welches Kind hast du am liebsten?"
Ich (*Fangfrage witter*): "Äh, ich hab alle gleich gern, die sind alle lieb! [ja schon, trotzdem, eigentlich... ;)]"
X: "Hast du Emma am liebsten?"
Ich: "Hm, ja, Emma ist jedenfalls etwas Besonderes, weil wir uns nicht so oft sehen."

X: "Was kostest du?"
Ich nenne meinen Stundenlohn.
X: "Uiii, das is viel. ... Du sollst aber mal einfach so zu mir kommen!"

Nachdem wir uns schon ein paar Stunden aneinander gewöhnt hatten, vertraut X. mir schließlich an: "Ich mag dich gern, aber erst dachte ich, du bist gar nicht nett!"
Ich (ganz perplex von so viel Ehrlichkeit): "Wann? Bevor ich was zu dir gesagt habe?"
X: "Ja, aber dann habe ich Glück gehabt!" (von Emmas Mutter erfahre ich später, dass X. vorher schon Bedenken hatte, von einer fremden Person nach Hause gebracht zu werden)
Jetzt besteht X aber drauf, dass ich ihr auch was Nettes sage: "Und du hast auch Glück gehabt, ich hätte ja auch zickig sein können....man denkt, dass ich zickig bin, weil ich so aussehe."
Ich (komme aus dem Staunen nicht mehr raus): "Findest du? Nein, das finde ich gar nicht. Ich fand gleich, dass du nett aussiehst."

Und als krönender Abschluss des Produkttests, als Emmas Mutter wieder da ist, meint X: "Malin kann wiederkommen, die ist okay, jetzt will ich aber auch mal die andere [eine Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle des Vaters passt dort manchmal auf die Kinder auf] ausprobieren!"

Mann, bin ich froh, dass ich nicht durchgefallen bin icon_lol

Das war wirklich mal ein richtig interessanter Nachmittag. Als Dank gab's dann noch das hier:

x1

x2


P.S.: Emma ist leider an diesem Tag etwas untergegangen. Das Plappermäulchen ihrer großen Halbschwester hat sie ziemlich in den Hintergrund gequatscht. Das ist Emma ja sonst nicht gewohnt. Trotzdem hat sie mich auch in einigen Dingen erstaunt. Z.B. ist sie fast den ganzen relativ langen Nachhauseweg selbst gelaufen (abgesehen von der Zeit in der S-Bahn und ein bisschen Tragen zwischendurch), wie ein großes Mädchen icon_smile Dafür, dass sie noch so winzige Schritte macht, fand ich das wirklich klasse. Wenn man bedenkt, dass Chris manchmal mit seinen 4 Jahren noch im Buggy sitzt...

Malin

Hallo liebe Leser, hier blogge ich als "Malin" (ebenso wie die Namen der Kinder ist dies aus Datenschutzgründen ein Pseudonym) über meine Erlebnisse und Gedanken im Zusammenhang mit meiner Teilzeitbeschäftigung als stundenweise Betreuerin ("Babysitter") von den lieben Teilzeit-Minis. Ich habe einen Hochschulabschluss in einem kindheitsrelevanten Fach, bin relativ jung ;) und wohne in einer deutschen Stadt.

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Malin (Gast) - Fr, 24. Okt, 22:18
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mandy (Gast) - Fr, 24. Okt, 21:35
Das ist ja mal ne Nachricht....
Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß mit dem Vollzeitmini...gibts...
Spillie-Mama (Gast) - Di, 14. Okt, 21:37
herzlichen glückwunsch!!!
mönsch, da kuckt man das erste mal seit wochen wieder...
mandy (Gast) - Di, 14. Okt, 21:22
The End
Telefonat mit Emmas und Pauls Mama. Die Mama: "...Damit...
Babysitter-Malin - Sa, 11. Okt, 11:49
Das wäre ja noch schöner...
...wenn die Überstunden auch noch unbezahlt wären!...
Malin (Gast) - Di, 19. Aug, 23:05
zahlen
die die Mehrarbeit dann wenigstens????
sandra (Gast) - Di, 19. Aug, 22:10

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