Herbstspaziergang
Céline - 0,8 Jahre
Heute am See mit Céline habe ich mich gefühlt wie im tiefsten Herbst: kalt, Sturm, Nieselregen, kein bisschen Sonne... Céline hat's allerdings weniger gestört, die ist nach 20 Minuten bereits weggepennt und auch nach 1,5 Stunden nur widerwillig erwacht. Ich hab in der Zeit auf verschiedenen Parkbänken gefroren, mir die diversen Zeitungsteile ins Gesicht wehen lassen und mir schließlich überlegt, dass ich Céline auf keinen Fall, wie eigentlich geplant, draussen füttern werde. Also habe ich mich zeitig auf den Heimweg gemacht, damit wir um 15 Uhr, wenn sie wieder hungrig ist, schon zu Hause sind. Aber als wir dort waren, schlief sie noch immer. Da ich auf keinen Fall ein schlafendes Kind in den 5. Stock hochtragen wollte, bin ich weiter in der (extrem lauten und unschönen - man erinnere sich) Gegend mit ihr rumgeschoben, bis sie endlich wach wurde. Oben gab es dann - nachdem ich mich von den Treppen erholt hatte - Breichen für sie und eine frische Windel.
Céline hatte mich 3 Wochen nicht gesehen, aber trotzdem wurde ich wie immer gleich mit einem Strahlen begrüßt. Sie fremdelt noch immer nicht. Ich bin aber sicher, dass das noch kommt (leider). Hoffe, sie lässt uns damit noch ein bisschen Zeit, denn gerade jetzt ist sie so niedlich in ihrem ganzen Verhalten, dass ich es ganz tragisch finden würde, wenn sie mich ablehnen würde und wir gar keinen Spaß zusammnen haben könnten! Sie ist nämlich in den letzten Wochen ganz mobil geworden, robbt wie ein Weltmeister und schaukelt auch auf den Knien. Bald geht's rund! Es ist total erstaunlich, ein Baby, das man bisher nur liegend kannte in der Position, wie man es eben hingelegt hat, plötzlich den Raum erobern zu sehen. Gaaanz komisch! Aber sie findet es natürlich toll. Ansonsten sind noch eineinhalb erste Zähnchen neu ;)
Am Mo, 29. Mai, 23:58 über Teilzeit-Mini Céline (3;1)
Idylle auf dem Foto trügt. Zwar bin ich mit Céline heute dorthin marschiert, aber der Weg ist wirklich weit und nervenaufreibend! In der Nähe von ihrer Wohnung gibt es aber rein GAR NICHTS, wo man sich mit einem Kinderwagen hinsetzen könnte, ohne dabei taub zu werden. Also nimmt man den weiten Weg auf sich. Ich wusste ja schon vorher, dass Großstädte laut sind - aber so laut??? Céline ist innerhalb der ersten 5 Minuten zwar eingeschlafen, aber das hat nur noch dazu beigetragen, dass ich jedes Geräusch so richtig intensiv wahrgenommen habe - ich wollte nämlich auf keinen Fall, dass sie davon aufwacht, denn so richtig gut kennt sie mich noch nicht, und wenn wir dann noch so weit von ihrer Mama zu Hause entfernt gewesen wären, hätte sie das nächste Mal, das sie bei mir bleiben soll, sicher direkt protestiert. Nagut, sie ist 2,5 Std. lang nicht aufgewacht (*staun*). Aber ich bin nun trotzdem mit den Nerven runter ;) Ich glaube, wäre ich ohne schlafendes Kind unterwegs gewesen, wäre mir der enorme Lärmpegel gar nicht so aufgefallen. Nur in meiner speziellen Lage habe ich realisiert, dass es einfach keine Sekunde völlig ruhig ist. Manchmal hätte ich schreien mögen ob der Rücksichtslosigkeit von getunten Motorrädern, Aktionsständen mit Disomusik in Einkaufsstraßen, kreischenden weiblichen Teenagergruppen, randalierenden Milchbubis, sich über mehrere Straßenzüge etwas zubrüllenden Schülern oder wahlweise Bauarbeitern, Baulärm in und vor jedem dritten Haus, hupenden Autos auf Straßen, die nur unter Nutzung von 5 Ampeln und entsprechenden Verkehrsinseln - ja genau, so richtig schön mitten auf der Rennstrecke - überquerbar sind, Feuerwehrsirenen, startenden Flugzeugen und ziellos umherkreuzenden Hubschraubern... komisch, mir ist gar kein Hundegebell aufgefallen? Naja, in so einer Gegend schickt man ja auch keinen Hund vor die Tür... wie war das noch mit der Geburtenrate hierzulande???