Dienstag, 13. Februar 2007

Der Weg zum Ich

Céline - 1;4 Jahre
Heute habe ich mich mit Célines Mutter vor ihrem Kinderladen getroffen und Céline alleine test-rausgeholt, denn nächste Woche wird die Mama ganz und gar außer Reichweite sein. Es war gerade ziemlicher Trubel im Abholbereich, so dass Céline gar nicht wusste, wo sie zuerst hinschauen sollte, und erstmal hat sie mich nur angeguckt wie jede andere abholende Person um sie herum auch. Irgendwie hat's dann wohl doch klick gemacht, sie hat die Malin in mir erkannt und die Ärmchen ausgestreckt und wollte eindeutig mit mir nach Hause gehen. Beim Anziehen musste eine ihrer Betreuerinnen insofern helfen, als dass ich Célines Wintersachen noch nicht gut genug kannte und sie selbst sich zuversichtlich die erste greifbare Mütze als Antwort auf meine Frage, ob das ihre Mütze sei, aufgesetzt hat. Nunja, mit mein und dein hat sie es wohl noch nicht so icon_wink. Irgendwann hatten wir alle Teile platziert, brav Auf wiedersehen gewunken und schon waren wir draußen bei Mama. In den Buggy wollte Céline nicht, laufen auch heute mal nicht, nein, ich musste sie tragen bis zum Spielplatz. Auch nach dem Schaukeln wollte sie nur von mir auf dem Platz herumgetragen werden, aber für den Heimweg sollte sie dann doch mal in den Buggy - Drama! Das wollte sie zwar "früher", als ich sie jede Woche hatte, auch nur ungern, aber inzwischen bekommt die Sache eine andere Qualität. Das Fräulein ist mit ihren fast eineinhalb Jahren in der (ersten) Trotzphase angekommen. Zusätzlich ist ihr Geduldsfaden nur sehr dünn gewachsen. Was sie will, muss sofort passieren - die Versicherung, dass man doch schon dabei sei, etwas nach ihrem Geschmack zu arrangieren, genügt nicht. Geschnittene Gurken müssen geschält vom Himmel fallen, Hände und Gesicht waschen müsste auf max. 3 Sekunden begrenzt werden und der Puppe muss die Hose bei intentionaler Berührung vom Leib fallen. Alles andere dauert unzumutbar lange und wird mit Schreien quittiert. Und getrotzt wird nicht nur, wenn das Kind etwas will, das die Mama nicht will, sondern auch, wenn die Mama nicht sofort versteht, was das Kind überhaupt will. Ärgerliches Gebrüll ist die eine Folge, die andere wirkt wie eine irgendwo abgeguckte kleinkindhafte auf-den-Boden-schmeißen-Szene: Céline schreit, kniet sich hin, legt sich so sanft wie möglich auf den Bauch, Kopf auf den Boden, aber so, dass man auch noch einen anklagenden Blick frei hat für den Verursacher. Für mich als Beobachter sicher sehr drollig, wie sie ihre Wut zum Ausdruck bringen will, für ihre Mutter aber langsam daueranstrengend, wie sie erzählt, da Céline dieses Verhalten zur Zeit bei jeder Gelegenheit an den Tag legt und ein stressfreies Beisammensein auf diese Weise nicht mehr in dem Maße möglich ist wie zuvor. Fazit: Célinchen entdeckt ihren eigenen Willen und ihr "Ich". Auch im Spiegel erkennt sie sich schon, wie ihre Eltern mit Hilfe des "Nasenpunkt"-Tests festgestellt haben. Das passt also gut zusammen, und man kann berechtigte Hoffnung hegen, dass es sich um eine selbstlimitierende Phase handelt.
Ansonsten ist Céline aber weiterhin einfach sonnig icon_sun.
Inzwischen überlegt ihre Mutter, ob sie mich nicht wieder regelmäßig zur Kinderladenabholung engagieren sollte, auch damit wir nicht jedes Mal, wenn sie es dann wirklich braucht, mit der Wiedereingewöhnung anfangen müssen. Im Prinzip kennt Céline mich ja gut von unserem regelmäßigen gemeinsamen Wochentag seit April, aber zwischen November und jetzt Februar hatten wir uns nicht gesehen, da war eine neue "Schnupperphase" schon nötig. Hm, ich würde supersupergern wieder regelmäßig ein paar Stunden mit Céline verbringen, weiß aber im Moment nicht, ob ich das zeitlich schaffe. Vielleicht könnten wir uns auf zweiwöchentlich einigen. Ich würde nur ungern ganz abwiegeln, weil ich es auch wirklich schade fand, als ich Céline dann nicht mehr regelmäßig gesehen habe, und auch einen richtig guten Draht zu der Mutter habe und mich von ihr absolut geschätzt fühle. Ach doof, jetzt weiß ich nicht, was richtig ist für mich und meinen Zeitplan...icon_confused

Malin

Hallo liebe Leser, hier blogge ich als "Malin" (ebenso wie die Namen der Kinder ist dies aus Datenschutzgründen ein Pseudonym) über meine Erlebnisse und Gedanken im Zusammenhang mit meiner Teilzeitbeschäftigung als stundenweise Betreuerin ("Babysitter") von den lieben Teilzeit-Minis. Ich habe einen Hochschulabschluss in einem kindheitsrelevanten Fach, bin relativ jung ;) und wohne in einer deutschen Stadt.

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ja, das wäre auch meine...
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mandy (Gast) - Fr, 24. Okt, 21:35
Das ist ja mal ne Nachricht....
Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß mit dem Vollzeitmini...gibts...
Spillie-Mama (Gast) - Di, 14. Okt, 21:37
herzlichen glückwunsch!!!
mönsch, da kuckt man das erste mal seit wochen wieder...
mandy (Gast) - Di, 14. Okt, 21:22
The End
Telefonat mit Emmas und Pauls Mama. Die Mama: "...Damit...
Babysitter-Malin - Sa, 11. Okt, 11:49
Das wäre ja noch schöner...
...wenn die Überstunden auch noch unbezahlt wären!...
Malin (Gast) - Di, 19. Aug, 23:05
zahlen
die die Mehrarbeit dann wenigstens????
sandra (Gast) - Di, 19. Aug, 22:10

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