Donnerstag, 10. Mai 2007

Wunder Kind

Hanna - 1;4 Jahre
Ich bin gerade ganz fasziniert von den riesigen Entwicklungsunterschieden zwischen den kleinsten Teilzeit-Minis! Inzwischen habe ich ja insgesamt schon einige Einjährige erlebt, und jedes einzelne von ihnen hat sich mir aufgrund ganz spezifischer Eigenarten besonders eingeprägt bzw. ich habe jedes Kind über einen bestimmten "Entwicklungskanal" (nein, dieses Wort gibt es nicht wirklich in der Entwicklungspsychologie) besonders stark wahrgenommen. Bei Hanna ist dieser Kanal ihre Sprachentwicklung. Wenn ich mir nach einem Termin überlege, worüber sich zu bloggen lohnt, ist es bei Hanna meistens die Sprache. Das sind natürlich oft Kleinigkeiten, für die sich dann kein ganzer Blogbeitrag lohnt, deshalb werden hier heute auch mal wieder zwei zusammengeworfen.
Vor zwei Wochen z.B. liefen wir im Entenpark herum, und daran, dass Hanna prima Löcher ("Lock"), Stöcke ("Tock" und "Töcke"), Enten ("gag-gag" gestern aber auch mit korrektem Q "quaakquaak"), Brot ("Bot"), Autos und sonstiges kleinkindalltagkompatibles Zeug sprachlich identifizieren kann, habe ich mich trotz ihres verhätnismäßig jungen Alters schon gewöhnt. Aber als sie "Amßel" sagte und dabei auf einen schwarzen Vogel deutete, hat es doch etwas gedauert, bis ich fassen konnte, dass sie in ihm die Amsel erkannt hat. Gehört ja nicht sooo häufig zu den ersten Worten eines Kindes icon_razz. Klar, für sie ist "Amßel" wahrscheinlich einfach ein anderes Wort für Vogel, vielleicht sind sogar alle Vögel für sie "Amßel" (weiß ich nicht). Trotzdem wirkte es in der Situation natürlich, als hätte sie den Vogel korrekt als Amsel kategorisiert.
Weiter nutzt sie Wörter mittlerweile nicht mehr nur als
Bezeichnungen von gegenwärtig sichtbaren Objekten, sondern auch zur kommunikativen Mitteilung und Erzählung. So hat sich neulich ein etwas jüngeres Mädchen an sie heran gewagt und sie mit den Worten "ei, ei" gestreichelt. Hanna war erstmal nicht begeistert und guckte mich reichlich empört an. Ein oder zwei Minuten nachdem das Mädchen gegangen war, fing Hanna an zu erzählen: "Mä-ßen ei! ... Mä-ßen! ... Eiei!" und fasste sich an die Stelle, wo sie zuvor gestreichelt worden war, als wollte sie nochmal zusammenfassen, was vor kurzem Ungeheuerliches icon_sauer passiert war.
Gestern hat sie auch irgendetwas erzählen wollen, das ich aber leider nicht nachvollziehen konnte. Es beinhaltete etwas auf dem Spielplatz, das offenbar "gooßes" war - groß, wie ihre Geste mit den Armen über dem Kopf verhieß. Es war ganz deutlich, dass sie gerne noch mehr dazu gesagt hätte, wofür dann aber doch noch die Worte fehlten.
Zu ihrer niedlichen Hunger-Geste (Finger in den Mund zeigen) kam gestern auch der Befehl: "Essen!", und zwar ohne, dass ich sie gefragt hätte, ob sie was essen will, einfach so aus dem Spiel heraus.
Ansonsten kennt sie neben vielen Baby-Alltagsbegriffen Wörter wie "Mora" (Motorrad), "Buggy" und natürlich spielplatzrelevante Begriffe wie "Eimer" und "Sieb". Mit ihrer Redegewandtheit bringt sie auf dem Spielplatz auch schonmal anwesende Mütter zum Staunen. "Wie alt ist sie denn?" (nagut, zuvor die obligatorische Frage, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handele) - "Oh, die ist aber schon gut dabei mit dem Sprechen!" Ja stimmt, wenn man mal in Sprachentwicklungsübersichten schaut, dann ist sie der sogenannten "Norm" einige Monate voraus, zumindest was den Wortschatzumfang angeht.
Zum Vergleich: Paul liegt wohl ziemlich genau in der Norm - jedenfalls, wenn er sich in den nächsten 2 Monaten mal zu den nächsten 2-10 "sinntragenden Äußerungen" entschließen kann. Paul übrigens nehme ich viel über seine Anhänglichkeit, Sensibiltät und körperliche Unaufgeregtheit wahr. Feinmotorisch ist er auch ziemlich fit und geduldig. Céline ist der Wirbelwind mit viel Temperament und ausgeprägtem eigenen Willen mit deutlichem, lebhaften und häufigem emotionalen Ausdruck (ein Kanal, der bei Paul nur sehr selten zum Tragen kommt; er wirkt emotional oft recht reserviert). Marie war mir vor allem über ihre ansteckende und überschießende Fröhlichkeit, den klaren Emotionsausdruck besonders bei positiven Gefühlen und ihre allgemeine Zuneigung, wahrnehmbar.
Leon ähnelte mit einem Jahr von der Grundstimmung her Paul, war aber motorisch viel aktiver. Emma, Pauls Schwester, glich im zweiten Lebensjahr ebenfalls ihm, war aber sprachlich auch eher fit, motorisch aber sehr viel ängstlicher als er.
Spannend zu sehen, ob sich solche Entwicklungsunterschiede später in Form von Persönlichkeitsunterschieden verfestigen werden!

Malin

Hallo liebe Leser, hier blogge ich als "Malin" (ebenso wie die Namen der Kinder ist dies aus Datenschutzgründen ein Pseudonym) über meine Erlebnisse und Gedanken im Zusammenhang mit meiner Teilzeitbeschäftigung als stundenweise Betreuerin ("Babysitter") von den lieben Teilzeit-Minis. Ich habe einen Hochschulabschluss in einem kindheitsrelevanten Fach, bin relativ jung ;) und wohne in einer deutschen Stadt.

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Malin (Gast) - Fr, 24. Okt, 22:18
ja, das wäre auch meine...
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mandy (Gast) - Fr, 24. Okt, 21:35
Das ist ja mal ne Nachricht....
Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß mit dem Vollzeitmini...gibts...
Spillie-Mama (Gast) - Di, 14. Okt, 21:37
herzlichen glückwunsch!!!
mönsch, da kuckt man das erste mal seit wochen wieder...
mandy (Gast) - Di, 14. Okt, 21:22
The End
Telefonat mit Emmas und Pauls Mama. Die Mama: "...Damit...
Babysitter-Malin - Sa, 11. Okt, 11:49
Das wäre ja noch schöner...
...wenn die Überstunden auch noch unbezahlt wären!...
Malin (Gast) - Di, 19. Aug, 23:05
zahlen
die die Mehrarbeit dann wenigstens????
sandra (Gast) - Di, 19. Aug, 22:10

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