Emma - 3;5 Jahre & Paul - 1;2 Jahre
...gestern und vorgestern mit Emma und Paul. Sieht so aus, als wenn ich mich erst wieder etwas "einarbeiten" musste, denn zugegeben hatte ich in den letzten Wochen immer nicht soooo die Riesenlust, zu den beiden zu gehen. Aber wie gesagt: jetzt habe ich wieder Spaß

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Vorgestern habe ich die beiden wie immer montags von der Tagesmutter und dem Kindergarten abgeholt, ab jetzt aber Paul immer zuerst, weil Emma vom Kiga erst noch in die musikalische Früherziehung geht und somit erst später abgeholt werden kann. Und ich finde es gar nicht schlecht, mit Paul etwas Zeit alleine verbringen zu können. Wir lernen uns besser kennen und ihm tut ein bisschen "Zusatzförderung" auch ganz gut. Erstmal hat er aber völlig ausdruckslos gedguckt, als ich ihn abholen kam - wir hatten uns drei Wochen nicht gesehen und seine Emma fehlte ja nun. Aber es gab kein Theater und ich konnte ihn einfach mitnehmen. Als ich ihm im Kinderwagen ein Buch zum Angucken gegeben habe, hat er sich auch wieder mit mir unterhalten

. Seine Beiträge beschränken sich zwar noch auf "
Da!", aber immerhin! Wir hatten noch Zeit für einen kleinen Spielplatzbesuch, dann ging es mit dem Bus weiter zu Emma (die hocherfreut war, besonders Paul zu sehen und auch sonst ganz gelassen trotz extralangem Tag schien) und nochmal zusammen auf einen anderen Spielplatz, bis es anfing zu regnen. Paul wird bestimmt mal ein echter Spieplatzrabauke

. Momentan klettert er am liebsten und wippt auf den Schaukeltieren. Angst kennt er gar nicht. Ganz im Gegensatz zu Emma, als sie in seinem Alter und auch schon älter war. Noch mit zwei hat sie oben auf der Rutsche verzweifelt nach "Mama" geweint und die Hängebrücke nur auf dem Arm überquert. So richtig die Leitern hochklettern traut sie sich ja auch erst
seit kurzem. Recht unterschiedlich, die beiden! Paul ist auch sonst viel lauter als Emma jemals war, kreischt gerne mal rum und pfeffert begeistert Sachen durch die Gegend. Emma war früher eine ganz Ruhige (hat sich aber inzwischen auch eher geändert).
Ja, und gestern abend habe ich die beiden nach langer Zeit mal wieder ins Bett gebracht, bzw. Paul hatte ich bisher eigentlich noch nie ins Bett gebracht, Emma das letzte Mal vor Pauls Geburt. Ich hatte mich eigentlich auf ein paar Probleme eingestellt, und weil die Eltern schon um 22 Uhr nach Hause kommen wollten, haben wir alle damit gerechnet, dass die beiden dann vielleicht noch wach sind. War dann aber alles ganz locker. Paul hat zwar gewohnheitsmäßig geweint, als seine Mutter um halb sechs ging - wobei geweint stark untertrieben ist: der Junge durchbricht glatt die Schallgrenze! - hat sich aber nach 2 Minuten von jetzt auf gleich beim Aus-dem-Fenster-schauen beruhigt. Den Rest des Abends hat er mich problemlos als vollwertigen Mamaersatz akzeptiert, hat gejammert, wenn ich aus dem Zimmer ging, hat sich panisch angeschmiegt, wenn das Telefon klingelte (ist so eine Macke von ihm) und ist schließlich im Bett auf mir eingeschlafen

. Die beiden schlafen zusammen mit ihren Eltern im Ehebett und gemeinsam mit ihrer Mutter ein, von daher war das auch Pauls gewohntes Einschlafritual. Was Emma angeht, dachte ich, dass sie vielleicht nach Mama jammert, weil sie sowieso immer ungern schlafen geht und die Sache so etwas rauszögern könnte. Habe mich aber darauf eingestellt und ihr von Anfang an gesagt, dass wir jetzt zwar Zähneputzen, uns umziehen und ins Bett gehen, dass sie aber wachbleiben kann, bis Mama kommt - Trick 17, hat bei ihr schon mit 1;5 Jahren gezogen. Also konnte sie ganz entspannt alles erledigen, und wie früher schon immer hat sie sich nach dem Bücher angucken irgendwann ganz freiwillig zur Seite gedreht und ist sofort eingeschlafen. Bei Emma funktiniert mit Druck einfach gar nichts. Grenzen müssen sein, aber bei ihr bitte immer schön unauffällig verpackt. Ganz anders als bei Clara und Chris z.B.. Kommt wohl auf die Basiserziehung an, die die Kinder gewohnt sind. Muss man sich eben drauf einstellen als Betreuer. Paul war schon beim Bücherangucken nur noch halb da in meinen Armen und schnarchte dann auch bald. Wie er da so in meinen Armen lag, fühlte ich mich ziemlich an Emma in seinem Alter erinnert, die ich damals auch das erste Mal ins Bett gebracht habe. Sie hat aber im Gegensatz zu Paul ganz schön viel geschrien (allerdings auch nur beim ersten Mal), bis sie im Arm einschlief. Damals hatte ich auch noch nicht so viel Erfahrung mit dem Schlaf von Kleinkindern und war seeeehr verkrampft, als sie endlich schlief, da ich keine Ahnung hatte, wie ich sie nun von meinen Armen ins Bett transportieren sollte ohne dass sie wieder aufwacht und das Theater von vorn losgeht

. Heute weiß ich, dass die Kleinen (oder jedenfalls die meisten) wie Steine schlafen, wenn sie denn erstmal eingeschlafen sind, und konnte Paul dementsprechend gelassen ablegen, ihm die Hausschuhe ausziehen, beide zudecken und sogar im Schlafzimmer noch Emmas Klamottenchaos beseitigen. Früher habe ich jedes überflüssige Geräusch vermieden. Aber man lernt ja dazu!
Also: schön war's die Tage, und wie es aussieht, haben sich jetzt auch beide damit abgefunden, dass sie einmal pro Woche nicht von Mama oder Papa abgeholt werden. Und ich mich auch

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