Céline - 1;1 Jahre
An zwei Freitagen hatten wir uns nicht gesehen, aber heute ging es endlich wieder zu Céline. Das ist ganz schön spannend im Moment, denn sie wird sicher in nächster Zukunft anfangen zu laufen. Heute aber noch nicht

Als ich ankam, war sie gerade etwas am Quengeln, hat sich dann aber schnell für mich interessiert und dafür gesorgt, dass sie im Mittelpunkt steht (dort hätte sie natürlich sowieso gestanden, aber ihre Eltern berichten, dass sie sofort ihre Show abzieht, wenn viele Menschen um sie herum sind und die Aufmerksamkeit richtig genießt; etwas Ähnliches habe ich vor ein paar Monaten auch zum ersten Mal bemerkt, als sie sich immer auf der Wiese an ihrem Kinderwagen hochgezogen hat und dann laut gekreischt und gequietscht hat, als wollte sie es allen zeigen

). Und was bin ich froh, dass ich mich für den dicken Schal plus Handschuhe entschieden hatte - denn ihre Eltern wollten zu Hause ihre Ruhe haben ("Papierkram", hehe) und schickten uns raus in die Kälte, sehr viel weniger übervorsichtig als Maries Mama
gestern. Céline war zwar in eine dicke Jacke und Mütze und natürlich in ihren Kinderwagensack gemummelt, hat aber bisher weder Handschuhe noch richtige Schuhe (nur diese Lederschläppchen, da sie ja noch nicht läuft). Um ihre Händchen habe ich mir dann auch unterwegs auch einige Sorgen gemacht, da sie die auch gar nicht unter der Decke oder in dem Jackenärmel lassen wollte und die deshalb schon rot wurden

Gestört hat sie sich aber nicht daran, sondern war 1,5 Stunden zufrieden und hat die ganze Welt um sie herum in sich aufgesogen. Mehr zufällig haben wir auch einen Spielplatz entdeckt, den ich noch nicht kannte. Davon war Céline total begeistert und alle schlechte Laune von zuvor war vergessen, es wurde in der Schaukel gelacht und gequietscht, in den kleinen Holzhäuschen verstecken gespielt, sich in den roten Klettertauen verheddert und in den Laubhaufen fast versunken. Macht ja so Spaß mit einem so begeistert-entdeckungsfreudigen Kleinkind! Entsprechend war aber auch die Reaktion beim Zurücksetzen in den Kinderwagen *bwuuuäääh*. Aber ihren Händen und Füßen zuliebe konnten wir einfach nicht mehr länger bleiben.
Zuhause haben wir dann noch geschlagene zwei Stunden in Célines Zimmer gespielt. Ihre Eltern waren zwar auch da, haben sich aber unsichtbar gemacht, und das hat prima geklappt. Es war das erste Mal, dass ich mit Céline so lange drinnen zusammen war, seit sie 6 Monate alt war, und es war eine ganz tolle Erfahrung, weil sie drinnen ganz anders auf mich reagiert als draußen. Auf dem Spielplatz oder im Park ist sie immer so abgelenkt und beschäftigt mit den anderen Menschen, Kindern und Geräuschen, dass sie mich fast gar nicht braucht

. In ihrem Zimmer aber hat sie sich richtig ausführlich mit mir befasst. Wir haben lange verstecken ("Kuckuck - da!") unter einer Decke gespielt, Bücher angesehen, uns zeitweise auf den Boden gelegt und gekuschelt, "Hoppehoppe Reiter" und andere sportliche Übungen gemacht und alle anwesenden Taschen als Rucksack ausprobiert. Céline liebt es, sich Taschen mit großen Trageschlaufen als Rucksack aufzusetzen. Es dauert zwar, bis das klappt, ist aber spannend zu beobachten, und sie gibt nicht auf. Außerdem hat sie sich im Laufen geübt, indem sie ihr Babytrapez vor sich hergeschoben hat. Marie hat das auch immer gemacht, bevor sie frei lief. Aber bei Céline sieht es noch etwas seltsam aus, da sie noch sehr vornüber gebeugt und mit breiten Beinen und ausgestellten Füßen läuft. Sie ist wohl noch nicht so weit. Aber manchmal kann sie frei stehen, wenn sie nicht drüber nachdenkt

. Insgesamt war es richtig schön, Céline mal im ruhigen Rahmen zu genau beobachten und mit ihr interagieren zu können. Man sieht viel mehr, was sie alles schon kann und wie schön sie sich schon völlig quengelfrei und zufrieden beschäftigt.
Zum Abschied hat sie das erste Mal gewunken. Ihre Mama hat gesagt: "Jatzt sagen wir Tschüß." und kaum zu Ende gesprochen, wurde ich rausgewunken
Und off-Thread, wenn auch nicht ganz off-Topic: in der U-Bahn stand ein Pärchen mit kleinem Jungen, etwa 2 Jahre alt, der bei Papa auf den Schultern saß. Irgendwann zog der Junge sich die Mütze vom Kopf, daraufhin wurden Mama und Papa gleich ganz streng: "Setz die Mütze wieder auf!" usw.. Der Kleine wollte aber nicht. Schließlich Mama argumentativ: "Schau, Papa hat auch eine Mütze auf!" Schlau, wie die Kleinen schon sind, zog der Junge aber seine ganz eigene Schlussfolgerung - und zog Papa unter ihm einfach auch die Mütze vom Kopf

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Am Fr, 3. Nov, 23:25 über Teilzeit-Mini
Céline (3;1)