Durchwachsen
Céline - ´1,0 Jahre
Heute haben Céline und ich Überstunden gemacht 
Gleich als erstes waren wir auf dem Baby(!)-Spielplatz am See. Leider war dort heute kein einziges Baby außer Céline in Sicht - stattdessen nur unglaublich laute und wilde Schulkinder, die offensichtlich gerade Schulschluss gehabt hatten. Die tobten da und kreischten und fluchten wie die Irren. Schnell war ich sehr genervt, spätestens, als sie Céline nicht mal eine Chance gaben, an ihrer geliebten Rutsche zu spielen. Völlig rücksichtslos rutschten und kletterten sie vor und auf ihr herum und fragten dann auch noch dreist, ob ich "den Kleinen" da mal wegnehmen könne! Bin fast geplatzt vor Wut! Céline war auch gar nicht glücklich, also sind wir relativ bald da abgehauen. Wirklich schade, wo sie doch gerade letzte Woche demonstriert hat, wie gut es ihr auf Spielplätzen gefällt. Nun, dies war jener Teil des Tages, der hauptsächlich für die Bewertung "durchwachsen" verantwortlich zeichnet. Danach haben wir noch ein halbes Stündchen auf einer Wiese verbracht, aber Céline war bald schon ziemich knatschig. Zum einen war sie schon sehr müde, was ich spätestens dann sicher wusste, als ich sie auf den Arm nahm und sie sofort ihr "in-den-Schlaf-Summen" anfing. Nichts wie rein in den Buggy und direkt nach nichtmal zwei Minuten: Tiefschlaf


Erstaunlich fand ich heute Célines erste Sprachversuche, wenn man das so nennen kann. So richtig bewusst ist es ihr wohl nicht, und sie weiß vielleicht nichtmal, was damit gemeint ist, aber als sie ziemlich lange an ihrer Flasche hantierte um den Deckel drauf zu machen, habe ich natürlich kommentiert und oft das Wort "Deckel" benutzt. Schließlich klang ihr Gebrabbel tatsächlich auch ziemlich nach "Dette". Ein andermal habe ich "Neinneinneinneinnein" gesagt, als sie sich wieder irgendwelche Kleinstteile aus der Flora in den Mund schieben wollte und sie sagte wirklich ebenfalls "Neineineineinei"!
Nach dem Schläfchen, aus dem sie übrigens wieder bewundernswert friedlich, ohne einmal zu schreien, erwachte und nach dem sie iweder quietschfidel und zum Lachen und Brabbeln aufgelegt war, wurde erstmal die Gegend neben der Decke erkundet. Noch vor kurzem hatte Céline die Decke nie verlassen, obwohl sie schon krabbeln konnte. Nun aber krabbelt sie einfach weg, und hinterlässt dabei eine sehr lustige Schleifspur auf dem Parkweg

Später am Nachmittag haben wir noch meinen Freund getroffen, der von Céline zunächst argwöhnisch beäugt, dann hypnotisiert und schließlich auch mal angegrinst wurde. Insgesamt konnte sie ihre Blicke nicht mehr von ihm wenden; während ich für Céline total uninteressant bin, wenn sie zufrieden spielt und sie mich dann keines Blickes mehr würdigt, so sehr ich sie auch locke, hat sie ihn unentwegt angeschaut. In dem Moment war er sogar spannender als diverses Spielzeug oder Tascheninhalte. Sie hat auch nach einiger Zeit den einen oder anderen Versuch gestartet, sich ihm zu nähern, konnte sich dann aber doch nicht entschließen, meine Knie zu überwinden. Ich wollte sie ihm auch nicht unbedingt auf den Arm geben, um Stress für sie zu vermeiden. Neue Leute können so Kleine ja doch schnell verunsichern, und wenn dann Mama nicht als sicherer Hafen in der Nähe ist, ist das schon unangenehm für sie.
Schließlich sind wir nach der langen Zeit wieder heil, sicher, müde aber noch immer zufrieden bei Céline zu Hause angekommen. Wie immer haben die 94 Stufen hinauf zur Wohnung mir den Rest gegeben, aber bis dahin war ja alles bestens

Am Fr, 22. Sep, 22:10 über Teilzeit-Mini Céline (3;1)