Ohne Regenhose
Céline - 1;0 Jahre // Marie - 1,9 Jahre
Ich war ja ganz fest davon überzeugt, dass ich mit Céline heute sicher drin bleiben soll - schließlich hatte es den ganzen Vormittag genieselt und kühl war es auch 

Zurück zum Thema: Céline schlief leider nur eine halbe Stunde und war auch noch etwas schlecht gelaunt beim Erwachen. Von dem Zeitpunkt an wurde es schwierig, sie adäquat zu beschäftigen. Essen und Trinken wollte sie erstmal nicht (wütendes Geschrei und Draufgekloppe beim Herzeigen der entsprechenden Objekte), beim Wort "Spielplatz" blühte sie allerdings auf und zeigte aufgeregt in eine Richtung. Ja richtig, zeigen kann sie jetzt. Ich glaube, das ist neu, ich habe es jedenfalls zum ersten Mal gesehen. Auch guckt sie meinen zeigenden Arm/Finger entlang, wenn ich sie auf etwas aufmerksam machen möchte. "Geteilter Aufmerksamkeitsfokus" ist das Fachwort dafür, die Fähigkeit dazu erwerben Kinder zwischen 10 und 14 Monaten.
Spielplatz war aber nicht die beste Idee, die ich heute hatte. In dieser Stadt bestehen so gut wie alle Spielplätze komplett auf Sandboden, eine einzige riesige Sandkiste quasi. Da es aber geregnet hatte, war der Sand eher Matsch mit kleineren und größeren Pfützen. Eines der nützlichen Dinge, die Céline aber nicht besitzt, ist eine Regenhose. Zudem hatte sie bloß eine Stoffhose - zwar mit Strumpfhose drunter - an, nicht mal eine Jeans. Und Schuhe hat sie auch noch keine, nur diese ledernen Schläppchen, keine Ahnung, wie die heißen. Was also nun? Céline, die ja sowieso schon leicht gereizt war, wollte natürlich sofort ungeduldig loskrabbeln, aber schon nach einigen Sekunden war mir klar, dass das zu keiner Entspannung unserer Situation führen würde. Nicht nur, dass ihre Hände gleich komplett vermatscht waren, auch ihre Knie wurde durchweicht, und ich hatte dabei kein gutes Gefühl, mit einer durchnässten Céline nach Hause zu kommen. Wäre sie mein Kind, hätte ich sie vermutlich gewähren lassen, aber so habe ich die Sache kurz gehalten, etwas schaukeln, kurz rumkrabbeln, dann nochmal Äpfel anbieten, damit ich sie überhaupt ohne Gebrüll zurück in den Kiwa transportieren konnte. Hat geklappt. Dann sind wir erstmal Enten füttern gegangen, das findet Céline aber nur halb so spannend wie ich. Sie hat ihr Brot lieber selbst gegessen. Dann noch etwas im Park herumschieben, wo ich an einem leeren flachen Brunnen ein Stück fast trockenen Asphalt gefunden habe, auf dem Céline dann nochmal krabbeln durfte. Leider gab es auch dort Pfützen. Am Ende waren wir noch auf dem kleinen Babyspielplatz, wo Céline nochmal richtig durchgestartet ist, z.B. unter das Klettergerüst, wo der Sand wenigstens trocken war. Oben drauf konnte sie dann ganz glücklich kreischend und winkend durch ein Fenster im Häuschen eine Familie beobachten. Mann, war sie da happy! Erwartungsgemäß kam es daher wieder zu Geschrei, als sie in den Wagen zurück musste, denn wir mussten heim. Hat sich aber recht schnell beruhigt, so dass ich sie erstmal wieder zur Präsentation zu Hause in Stand setzen konnte: abgezogene Mütze wieder aufbinden, Schuhe entsanden und stattdessen dicke Socken wieder anziehen, Hände und Gesicht vom Matsch reinigen. Ihre Mama fand dann den Zustand von Célines Knien gar nicht wild, aber man weiß das ja nie vorher, wie Eltern das so sehen... ich habe ihr dann jedenfalls den Tipp mit der Regenhose gegeben. Sie meinte, sie habe ja noch so wenig Erfahrung mit Krabbelkindern im Herbst



Bald war sie aber selbst eingeschlafen und ich hatte ruhige Stunden mit netter Verpflegung.
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Am Sa, 7. Okt, 01:55 über Teilzeit-Mini ehemals: Marie