Paul - 1;7 Jahre
...den sogenannten. Ist aber eigentlich nur ein "minifrei", keine Ferien. Ich habe in den nächsten Wochen einiges anderes zu tun, was in letzter Zeit liegengeblieben ist und mich ungut belastet, daher nehme ich eine Auszeit bis September. Den vorerst letzten Mini-Tag habe ich heute mit Paulchen verbracht. Sehr ruhig, friedlich und unstressig war's, und das Wetter war auch perfekt, was will man mehr?
Morgens um 8 stand ich bereits bei der Pauli-Familie auf der Matte. Emma war noch baden, Paulchen schon fertig, aber noch sooo müde (kein Wunder; als ich gestern abend um 10 bei ihnen angerufen habe, waren beide Kiddies noch hellwach, der Akustik nach zu urteilen). Trotzdem wechselte er mit ausgestreckten Ärmchen bereitwilligst den Arm zum Kuscheln von Mama zu mir - damit hatte er mich schon für den Tag erobert

. Nachdem alle anderen gegangen waren, wurde Paulchen auch laaangsam wacher, wollte schließlich Sandalen anziehen und weggehen. Also Abflug zum Spielplatz, wo wir um die Zeit ganz alleine waren. Ihm hat's gefallen, endlich mal kein Gegreine um die einzige Schaukel nötig, die er so liebt. Dann noch etwas klettern, rutschen und auf der Bank wie ein Großer essen, und dann ging's ab zur Baby-Universität

. ......... Nein, quark natürlich, es war schon "meine" Uni, deren Bibliothek wir kurz zusammen besucht haben. Ich musste unbedingt ein bestimmtes Buch ergattern, sobald die Leihstelle öffnete, bevor es schon wieder jemand anderes tun würde! Und die Uni liegt auch viel näher von dort als von mir, also warum nicht. Vor fast genau zwei Jahren war ich übrigens mit Pauls Schwester Emma ebenfalls dort gewesen, die damals etwa in Pauls Alter war. Sie hat sich damals gleich mit meinen Kommilitoninnen angefreundet und im zweiten Stock ein paar imaginäre Blümchen in frisch geharkte Beete gepflanzt und mit unsichtbarem Wasser gegossen (das Sandspielzeug in ihrem Kiwa in Verbindung mit dem großen leeren tristen Flur lud wohl dazu ein). Da momentan aber Semesterferien sind, waren Paul und ich fast allein auf weiter Flur (auch das begehrte Buch war noch da). Paul haben die Bücherregale gut gefallen, kann man sich schließlich blitzschnell hinter der nächsten Reihe verstecken und die untere Lade ausräumen. Schön leise war er aber trotzdem, was aber sowieso meistens der Fall ist. So viele Wörter stehen ihm ja auch noch nicht zur Verfügung. Auf dem Rückweg ist er im Bus eingeschlafen (kein Wunder), was mir eine unverhoffte einstündige Parkwiesenpause bescherte. Pünktlich zum Mittagessen war er wieder fit und fröhlich und löffelte sein Viertel Gläschen (kein großer Esser) sehr geschickt alleine aus, da kleckert fast nichts mehr. Nach dem Windelwechsel sind wir dann nur noch in den Garten gegangen, weil nicht ganz klar war, wann seine Eltern wiederkommen würden. Dort wurde gebuddelt, gebacken und gegossen - Paul liebt den Gartenschlauch. Bald stand alles unter Wasser.
Weil er mich immer hilfesuchend mit "Mama" angesprochen hat, wenn er neues Wasser wollte (natürlich weiß er, dass Mama eben nur seine Mama ist, aber das kenne ich auch noch von Leon und Marie, die mich beide relativ hartnäckig so gerufen haben, wenn sie etwas wollten) , habe ich dann versucht, ihm meinen Namen näher zu bringen. Das "Mmmmm" kriegt er schon ganz gut hin

. Aber nach einer Weile "Unterricht" hat er mich ganz wissend angeschaut, auf mich gezeigt und "Mmmm" gesagt. Kapiert hat er die Lektion schon

.
So, das war also voraussichtlich mein letztes Sommersitten für dieses Jahr. (Schade, im Sommer macht's am meisten Spaß, der letzte war besonders intensiv, dieser aufgrund des Wetters leider weniger, und natürlich habe ich dieses Jahr auch viel weniger Minis als letzten Sommer.) Hat ziemlich Spaß gemacht, gerade weil Paul mich richtig gut als zeitweisen vollwertigen Mama-Ersatz akzeptiert und sich mit allen Wünschen und Bedürfnissen an mich wendet - nicht nur wenn es um's Spielen oder Essen geht, sondern auch im emotionalen Bereich. Seine Emma und Marie hatten diese Zutraulichkeit auch immer gut drauf.