Keine pädagogische Glanzleistung
Emma - 3;9 Jahre & Paul - 1;6 Jahre
Huhuuu, hier bin ich wieder! Zumindest teilweise rausgewurschtelt aus den Umzugskartons und zeitlich und technisch wieder in der Lage zur Internetnutzung incl. aktiver Teilhabe. Ich würde ja gerne mehr über die letzten Wochen berichten, die ja wie neulich angedeutet nicht etwa minifrei waren, aber irgendwie verschwimmt die letzte Zeit gnädig in einer (Staub-)Wolke und reduziert sich auf Kurz-Erinnerungen wie "achja, bei Céline war ich da ja auch endlich mal wieder!", die mir schon sehr weit weg vorkommen. Aber mal sehen, vielleicht lichtet sich das Dunkel in nächster Zeit, und mir fällt nachträglich noch was dazu ein.Meine Berichte sollen nun jedenfalls wieder regelmäßig hier erscheinen. Also muss ich gleich mit dem gestrigen Tag beginnen. Da war ich 10 Stunden bei Emma und Paul. Klingt schlimmer als es war - 4,5 davon haben sie ja geschlafen.
Trotzdem hätte ich die Zeit für uns alle gerne kurzweiliger gestaltet, etwa mit einem Spielplatzbesuch oder einem Eis. Aber mit solchen Plänen braucht man diesem Sommer doch gar nicht zu kommen. Es goß selbstverständlich fast den ganzen Nachmittag in Strömen. Komischerweise kam mir die Zeit drinnen mit den beiden dann doch nicht so lang vor wie befürchtet. Obwohl Emma zwischendurch schon beträchtlich aufdrehte, haben wir uns insgesamt meistens mit sinnvolleren Sachen als Rumalbern, Rumkreischen und gefahrenträchtigem Rumhibbeln verbracht. Z.B. fand ich die Mal- und Basteleinlage sehr gelungen, in deren Verlauf Emma - zunächst ungewollt - aus mehreren Lagen Papier eierförmige Objekte ausgeschnitten hat, die ich zu Ostereiern erkor, die natürlich angemalt werden mussten - Begeisterung! Ganz schön lange haben wir mit der Dekoration verbracht. Paul hingegen malt noch nicht so gerne auf Papier - viel lieber auf dem Tisch, und immer bevorzugt genau mit dem Stift, den ich gerade in der Hand habe. Anschließend musste ein Eiernest her, das ebenfalls angemalt wurde und auf das die Eier aufgeklebt wurden. Emma wollte dann partout noch kleine Papierschnipsel ergänzen, die sie "La-ib" (oder so ähnlich) nannte, was ich trotz mehrmaliger Nachfragen nicht verstehen konnte. Offenbar hat das irgendwas mit einem Bauernhof zu tun

Weiter hat Emma mir, während Paul mittagsschlief, ihre Sammlung an Zeichnungen und Briefen/Karten an sie und zu ihrer Geburt vorgeführt. Das hat auch Spaß gemacht.
Toben musste aber auch sein, und zu dem Zweck haben die beiden ihr Riesentrampolin mit Springschutz, also da ist ein Netz drumrum und die Stangen sind gepolstert, so dass Verletzungen fast ausgeschlossen sind. Das ist auch gut so, wenn die beiden gleichzeitig darin rumhüpfen. Paul übrigens ist ja wie verwandelt, wenn man ihn direkt von seinen Eltern übernimmt, im Vergleich zu seinem Zustand an den Montagen, wenn ich ihn vom Kila in Empfang nehme. Er hat sich heute auch das erste Mal überhaupt nicht beschwert, als seine Eltern gingen (nagut, das erste Mal, dass sie mit Abschied gingen; als er noch jünger war, sind sie auch schonmal ohne Abschied abgehauen, weil er sonst extrem ausflippte; normalerweise finde ich das nicht richtig, aber in Pauls besonderem Fall kam es mir doch angemessen vor). Und er war sowas von lebhaft, lustig und aufgeschlossen! Kein Vergleich zu Wochentagen! So ein Kila-Tag ganz ohne Mama schlaucht eben doch.
Irgendwann war dann schon Abendbrotszeit und danach die Phase der pädagogischen Glanzleistungen, HA-HA! Emma ahnte ja schon, dass es danach bald ins Bett gehen würde und schleppte ca. 10 Pixibücher an: "Du sollst jetzt ganz lange vorlesen!" (was eigentlich erst im Bett dran ist). Ganz zufrieden bin ich ja noch mit meiner Ansage, dass ich ein Buch sofort vorlese, danach Zähne geputzt werden und sich umgezogen wird (Emma: "Hast du auch einen Schlafanzug dabei?") und der Rest dann im Bett vorgelesen wird. Dumm nur, dass Emma ganz offenbar sonst sehr viel später Abendbrot isst, denn mir war sofort klar, dass wir trotz all dem Lesen nicht bis 21 Uhr - Schlafenszeit - reichen würden, was fatal ist, weil weder Emma noch Paul in der Lage oder willens sind, alleine und un-animiert einzuschlafen. Emmas Uhr stand aber scheinbar nach dem Essen auf "jetzt gehen wir ins Bett", so dass eine weitere Verzögerung meinerseits durch eine Spielphase mir nicht angeraten schien, wenn Emma schon so schön aufs Bett eingestellt ist. Langer Rede kurzer Sinn: nach dem Vorlesen aller Pixis (röchel) war Paul noch quietschfidel und nichts hielt ihn in meinem Arm, wo er normalerweise ermattet einschläft, und Emma war zwar müde, fiel aber noch nicht um, was bei ihr zwingend ist, damit sie sich freiwillig auf die Seite dreht. Der Titel dieses Beitrags bezieht sich also darauf, dass ich es pädagogisch eigentlich völlig daneben finde, Kinder in Emmas und eigentlich auch schon in Pauls Alter bis in den Schlaf zu animieren. Sie sollten eigentlich daran gewöhnt sein, nach dem Bettritual alleine in ihren Betten einzuschlafen. Obwohl das das Ideal ist, habe ich das noch bei keiner Kleinkindfamilie live erlebt (abgesehen von Céline, die ich mit 9 Monaten das letzte Mal ins Bett brachte, und Marie, die aber immer von ihrer Mama ins Bett gebracht wurde, bevor ich kam, dort jedoch noch längere Zeit friedlich brabbelte und spielte, bis der Schlaf kam). Ich hoffe, ich werde es wenigstens bei meinen eigenen Kindern in spe umsetzen können; bei Emma und Paul fehlt mir jedoch die Motivation. So selten wie ich mal abends bei ihnen bin, macht es mir nichts aus, die beiden bis in den Schlaf zu begleiten, es gäbe nur viel Geschrei, wenn ich etwas anderes als das Gewohnte probieren würde und das lohnt sich einfach nicht, dafür, dass sie es dann die nächsten Wochen/Monate sowieso wieder ganz anders erleben. Grundsätzlich finde ich zwar, dass beim Babysitter schonmal andere Regeln gelten können als bei der Familie, aber gerade das Schlafengehen ist natürlich eine besonders sensible Angelegenheit. Müsste ich das jedoch jede Woche mit den beiden machen, würde ich mir vermutlich ganz schnell eine Veränderungstaktik überlegen

Für mich war der Abend dann gelaufen (im positiven Sinn), abgesehen von einer kleinen mitternächtlichen Störung durch - eine Maus! Hätte Emma mich nicht nachmittags sozusagen vorgewarnt, indem sie erzählte, sie hätten eine Maus, aber die Mausefalle habe Papa noch nicht mitgebracht, wäre ich wahrscheinlich vor Schreck vom Sofa gefallen. Erschrocken habe ich mich auch so, aber dann fand ich das Mäuschen eher sehr niedlich mit seinen schwarzen Knopfäuglein und konnte es ein Weilchen beim geschäftigen Hin- und Herrascheln beobachten, bevor es mich bemerkte und schneller um die Ecke war als man gucken konnte

Am So, 8. Jul, 23:24 über Teilzeit-Mini Emma (5;0) & Paul (2;9)