Unterwegs
Emma - 3;7 Jahre & Paul - 1;4 Jahre mit M. (4) & R. (2;5)
Ob man mit diesem einen Wort von nun an jeden Montag fast alles über meine Zeit mit Emma und Paul sagen kann?? Wahrscheinlich, zumindest für das nächste halbe Jahr. Denn bis Januar ist Paul nun in seinem neuen Kinderladen, weil seine Tagesmutter dort jetzt "mitmischt" und er mitgehen sollte, um sich nicht nochmal an eine neue Betreuung gewöhnen zu müssen. Aber es ist sooo weit dahin! Ich weiß - habe gar keinen Grund zum Jammern, schließlich muss ich ihn dort nur einmal die Woche abholen, ganz im Gegensatz zu den Eltern, die ihn sonst immer bringen und holen müssen. Naja, ich fahre also mindestens 20 Minuten mit zwei Bussen hin, laufe 10 Minuten in einer grässlichen Gegend rum, packe Paul ein (der sich heute bei meinem Anblick erstmals zu einem wirklichen Lächeln hat hinreißen lassen), schiebe zurück zum Bus, dann fahren wir 30 Minuten, müssen umsteigen und dabei auch noch rumlaufen, weil hier ominöserweise Buslinien, die in dieselbe Richtung fahren, noch lange nicht von derselben Haltestelle abfahren, und für 5 Minuten in den nächsten Bus. Dann sind wir "schon" fast an Emmas Kita. Und dann wird elternseitig noch versucht, mich früher zu Emma zu locken, denn "sonst ist sie ja die Letzte, das muss ja auch nicht sein"
So, nun mal die Details

Weil er nun gerade erst geschlafen hatte, war leider nicht zu erwarten, dass er die lange Busfahrt verpennt. Aber noch lässt er sich dabei ganz gut beschäftigen. Rausgucken interessiert ihn aber nicht wirklich, viel spannender sind die ganzen Schilder überall, auf die gefühlte hundert Mal gezeigt wird "DA!", die Knöpfe, auf die man nicht drücken darf, und mein Portemonnaie, das ebenfalls schöne Druckknöpfe hat. Und dann kann man ja auch immerzu so prima hin und her klettern zwischen Kinderwagen und Babysitterschoß. Die neuen Busse haben nämlich Klappsitze neben der "Parklücke für Kinderwagen". Hat wohl eine Mutter designt (das Wort gibt es nicht, oder?). Kurz: trotz Verkehrströdelei ging alles ohne Nörgelei ab. In Emmas Kindergarten angekommen, wurde Paul direkt von M. überfallen, die ihn andauernd rumschleppen und abknutschen will, was ihm nicht ganz so gut gefällt. Kann schließlich alleine laufen! M.s und R.s Babysitter war auch schon da, also ab Richtung Heimat mit der Kinderkarawane, die nebst Kinderwagen, Kinderschirm und Kinderfahrrad schonmal den ganzen Gehweg einnimmt, incl. Grünstreifen. Während Emma und M. immer vorrennen (aber zuverlässig an jeder Straße stehenbleiben, und es sind auch nur wenig befahrene Kopfsteinpflasterstraßen), bzw. fahren, kommt R. überhaupt nicht voran, so dass wir seeeehr lange für den Weg brauchen. Zwischendurch haben wir auch noch R.s. Rucksack verloren, der unter dem Kinderwagen klemmte. Glücklicherweise hat uns eine Frau darauf aufmerksam gemacht, dass sie einen Rucksack gesehen hätte, und ob das wohl unserer sei? Ja schon, aber leider mehrere Hundert Meter zurückliegend, wie es aussah, denn mein Partner-Sitter brauchte ziemlich lange zum Holen. Wenigstens R. blieb freiwillig bei mir, denn wenn er auch noch mit zurück gegangen wäre, wären wir jetzt noch nicht zu Hause. Emma und M. vergnügten sich derweil einige Meter vor uns vor einer Baustelle, die sie faszinierte.
Irgendwann waren wir dann doch auf dem Spielplatz angekommen. Da könnte man als Sitter wie als Eltern sicher eine ziemlich ruhige Kugel schieben, wenn man nur Kindergartenkinder dabei hätte. Unsere drei beschäftigten sich nämlich super mit sich selbst. Während also die L. (der Babysitter; dieses Namenschaos nervt etwas) auf der Bank pausierte, musste ich hinter Paul her, der gar nicht einsah, warum man auf die pfütznasse und matschige Rutsche heute nicht drauf kann. Aber mit der Aussicht auf einen kleinen Snack kam er doch gerne mit zu unserer Pausenbank und schaute sich die mittlerweile verregnete Spielplatzwelt von meinem Schoß aus an. Obwohl Paul noch nichts Wesentliches sagen kann, versteht er übrigens eine Menge. Man kann ihm immer sagen, was er tun soll, und er tut es (Bsp.: Babyrutsche zu Hause steht zu nah an der Wand. "Paul, es ist zu eng zum Rutschen." - Paul zieht die Rutsche mit allen Kräften zurück.); mit Emma habe ich ein Buch gelesen, während Paul ganz anderweitig beschäftigt war. Schließlich fällt das Wort "Kühlschrank" im Buch - und Paul zeigt in die Küche! Man sieht, es besteht berechtigte Hoffnung auf baldige tiefgehende Gespräche

Und abschließend geschah ein Wunder: wir waren um halb 6 aufgrund des Regens oben in der Wohnung angekommen, schon incl. nasse Klamotten wechseln usw.. Und um 6 klingelt das Telefon und der Hausherr spricht auf Band, dass er in einigen Minuten da sei, aber gerade im zähfließenden Verkehr stecke. WOW! Und ein paar Minuten später ruft er wieder an, diesmal gehe ich dran, und er teilt mit, dass er soeben am Spielplatz vorbeigefahren sei - also in ca. 2 Sec. Autofahrzeit da sein wird! Doppel-WOW! Okay, einschränkend ist anzumerken, dass ich ihn heute mittag telefonisch explizit um Pünktlichkeit gebeten hatte, aber das ist ja kein Problem, werde ich sicher weiterhin tun, wenn das Resultat so einwandfrei ausfällt.
So, nächsten Montag ist Kitaschließtag, also sind wir erst wieder in zwei Wochen "unterwegs".
P.S.: Auf meinem Heimweg, den ich ja dank neulich abends mit meinem vor dem Haus seit damals wartenden Fahrrad antreten musste, schüttete es aus Kübeln, und ich war quietschnass, als ich hier ankam. Nur mal so erwähnt, zum Thema "Die Leiden des jungen (höhö) Sitters."

Am Mo, 7. Mai, 23:09 über Teilzeit-Mini Emma (5;0) & Paul (2;9)