Montag, 16. April 2007

Babysitterclub

Emma - 3;6 Jahre & Paul - 1;3 Jahre
Heute nach drei Wochen kamen mal wieder Emma und Paul in den Genuss meines Abholservices. Oder lag der Genuss doch eher auf meiner Seite? Na egal, jedenfalls hat Paulchen sich wieder nicht beschwert als ich bei seiner Tagesmutter auftauchte (der Ärmste, obwohl eigentlich wöchentlich geplant, kommen bisher doch dauernd zwei Ausfalltermine am Stück dazwischen und er kann sich gar nicht wirklich an mich gewöhnen) und mir sogar schüchtern die Ärmchen entgegengestreckt. Lachen ist allerdings irgendwie noch nicht drin. Nachdem wir die schwierige Frage geklärt hatten, welche Jacke der beiden vorhandenen blauen seine war (am Ende entschied Paul sich doch für eine, von der auch ich glaubte, sie früher schon an Emma gesehen zu haben), konnten wir uns auf den Weg durch den Frühsommer zu seiner Emma machen. In ihrer Kita haben wir dann erstmals die Babysitterin von Emmas liebster Freundin M. angetroffen (von der ich schon des öfteren gehört hatte), die auch gerade M. und ihren Bruder R. abholte. Da Emma und M. sich sowieso immer schwer trennen können, haben wir uns für später auf einem Spielplatz verabredet. Während ich dorthin mit Emma und Paul schonmal zu Fuß gewackelt bin, wollten die anderen erst noch mit dem Bus zu den Kindern nach Hause fahren und etwas essen und später dazukommen. Als wir endlich auf dem Spielplatz ankamen, schlief Paul und Emma hatte keine lange Geduld, auf ihre Freundin zu warten. Also haben wir uns wieder auf den Weg nach Hause gemacht, das in der gleichen Straße liegt wie das von M. und R.. Dort wollten wir dann mal anklingeln, aber ich kannte den Nachnamen der Familie nicht und habe auch nicht damit gerechnet, dass Emma ihn kennt. Sie druckste auch erst rum: ">Die heißt M., M., .... M. S!" Da dieser Name tatsächlich auf einem der Türschilder stand, haben wir also dort geklingelt und wurden gleich freudig empfangen. Hochkommen zu ihnen konnten wir leider nicht, weil Paul im Kinderwagen schlief, und so dauerte es noch etwas, bis wir uns überlegt hatten (denken ist schwierig mit 3 jauchzenden, hüpfenden Kleinkindern im Flur), wohin wir nun zusammen gehen. Spielplatz kam für uns zeitlich nicht mehr in Frage, weil Emmas Vater EIGENTLICH um 18 Uhr nach Hause kommen soll - dazu später mehr. Also haben wir uns entschieden, bei Emma und Paul im Garten zu spielen. Trotz M.s Einwänden ("Der ist ganz klein...winzig ist der!") sind wir dann dort gelandet, wo die beiden Mädchen sich in der Sandkiste, beim Puppenwagenschieben, Rollerfahren (später auch Rad und Bobbycar, die M. und R. unbedingt noch von zu Hause holen mussten) und Streiten vergnügt haben. Paul ist auch langsam aufgewacht, wollte aber zunächst nur kuscheln und essen. Später hat er mir dann erstmals sein neu errungenes Freilauftalent vorgeführt, gerne mit kleinem Puppenbuggy - unglaublich süß icon_liebhab. Emma hingegen entwickelt sich in Anwesenheit ihrer Freundin und dessen kleinem Bruder zu einer kleinen Nervensäge - quatschen tut sie ja auch alleine schon ununterbrochen, aber mit M. und R. brüllt sie eigentlich eher rum und ist auch motorisch kaum zu bremsen. M.s Babysitter bestätigte, dass sich M. auch bevorzugt mit Emma ebenso aufführt und ansonsten besser zu ertragen ist. Mädchen halt - albern, kichern...aber brüllen??? Schön aber war zu sehen, dass Emma ganz und gar nicht mehr so zurückhaltend im Umgang mit anderen ist wie früher. Sie kann sich durchaus durchsetzen - wenn auch mittels Gebrüll - wenn ihr jemand die "Butter vom Brot nehmen" will. Andererseits kann sie aber auch kooperieren, wechselt sich nach Vorschlag unsererseits freiwillig mit jemandem an einem Gerät o.ä. ab, und ist auch bereit, auf ihren Anspruch zu verzichten, wenn der andere bereits uneinsichtig weint (wie etwa Paul, der ja grundsätzlich noch nichts einsieht icon_wink).
So verging der frühe Abend zwar alles andere als ruhig, aber doch geruhsam, denn die Kinder haben sich gut beschäftigt, so dass unsererseits eigentlich nur Aufpassen angesagt war. Vielleicht haben wir ja somit den "Babysitterclub" begründet, denn M. und R. werden montags ebenfalls immer von ihrer Babysitterin abgeholt (bei der es sich glücklicherweise nicht um einen Teenager handelt). Mal sehen, ob wir uns nächste Woche wieder treffen.
Heute jedenfalls wollten die drei ursprünglich bleiben, bis Emmas und Pauls Vater kommen sollte, und dann noch auf den Spielplatz gehen. Aber, wie so oft: Emmas Papa kam und kam nicht an Land. Einmal hatte ich bereits etwas gesagt, von wegen dass wir 18 Uhr ausgemacht haben. Dann hat es einmal überpünktlich geklappt, einmal mit einer halben Stunde Verspätung und heute mit einer ganzen! Ich weiß, dass der Mann viel Arbeit hat und bin auch nicht allzu unflexibel, wenn mir das mal vorher angekündigt wird, aber von der Tagesmutter und von der Kita wird auch erwartet, dass die Kinder pünktlich weg sind - warum wird bei mir einfach davon ausgegangen, dass es nicht so schlimm ist, wenn ich mal später wegkomme?! Da geht es nicht nur um zeitliche Aspekte meinerseits, sondern auch um's Prinzip. Ich werde das nochmal ansprechen müssen. Ich bin ja durchaus zu einer flexibleren Lösung bereit, etwa, dass wir montags mittags nochmal kurz telefonieren und ich ihm sage, ob ich länger bleiben kann und möchte oder nicht. Manchmal mag ich einfach nicht, manchmal habe ich wirklich keine Zeit, und vor allem ist es auch im Umgang mit den Kindern blöd, nicht genau zu wissen, wann der Papa kommt. Hätten wir heute vorher von der einen Stunde Verspätung gewusst, hätten wir z.B. doch noch mit M. und R. auf den Spielplatz gehen können. Man kann die Gestaltung des Nachmittages einfach viel besser planen, wenn man weiß, wieviel Zeit man hat. Es ist total blöd, den Kindern zu sagen "so, wir gehen jetzt nach Hause, Papa kommt ja gleich", man geht, die Kinder murren unter Umständen und denken, ich spinne sie an, wenn Papa dann eben nicht "gleich" kommt und verlieren das Vertrauen in solche Angaben. Kann ja auch mal sein, dass man sie mal damit beruhigen muss, indem man sagt, "alles gut, Papa kommt ja gleich" - und dann funktioniert das nämlich nicht mehr, wenn sie schon wissen, dass der blöde Babysitter das immer sagt und dann stimmt's nicht!

Malin

Hallo liebe Leser, hier blogge ich als "Malin" (ebenso wie die Namen der Kinder ist dies aus Datenschutzgründen ein Pseudonym) über meine Erlebnisse und Gedanken im Zusammenhang mit meiner Teilzeitbeschäftigung als stundenweise Betreuerin ("Babysitter") von den lieben Teilzeit-Minis. Ich habe einen Hochschulabschluss in einem kindheitsrelevanten Fach, bin relativ jung ;) und wohne in einer deutschen Stadt.

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mandy (Gast) - Fr, 24. Okt, 21:35
Das ist ja mal ne Nachricht....
Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß mit dem Vollzeitmini...gibts...
Spillie-Mama (Gast) - Di, 14. Okt, 21:37
herzlichen glückwunsch!!!
mönsch, da kuckt man das erste mal seit wochen wieder...
mandy (Gast) - Di, 14. Okt, 21:22
The End
Telefonat mit Emmas und Pauls Mama. Die Mama: "...Damit...
Babysitter-Malin - Sa, 11. Okt, 11:49
Das wäre ja noch schöner...
...wenn die Überstunden auch noch unbezahlt wären!...
Malin (Gast) - Di, 19. Aug, 23:05
zahlen
die die Mehrarbeit dann wenigstens????
sandra (Gast) - Di, 19. Aug, 22:10

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