Rückmeldung
Marie - 1;11 Jahre
Die Teilzeit-Minis melden sich gehorsamst aus dem Weihnachtsurlaub zurück! Für mich allerdings hat der Weihnachtsmann heute bei Marie noch eine Spätschicht eingelegt und mir einen Kinogutschein für zwei, Schoki und ein von Marie selbstausgestochenes, angemaltes und mit Glitzer besprenkeltes Salzteigfigürchen beschert. 
Marie selbst ist natürlich auch ausführlichst vom Weihnachtsmann bedacht worden: er hat ihr eine kleine Küche mit allem Drum und Dran gebracht. Nachteil: unzähliges Plastikgemüse, Plastikkekse, Plastikchips, Plastikpommes, echte Nudeln, Geschirr, Besteck und weitere Kleinteile befinden sich bereits nach kurzer Spielzeit gar fern von ihren angedachten Plätzen in Schubläden, Kühlschrank, an Haken, in Körben oder im Herd - nämlich im ganzen Wohnzimmer verstreut. Leider, leider habe ich diesen unpädagogischen Ordnungssinn an mir, der mich andauernd in den Fingern juckt, die Teile wieder zurückzusortieren. Aber ich kämpfe dagegen an, denn erstens räumt Marie sowieso zeitnah alles wieder aus und zweitens soll sie doch eigentlich ihr eigenes kleines Chaos kreiieren dürfen. Das ist schließlich Spiel.
A propos Spiel, so richtig lange So-tun-als-ob-Sequenzen spielt Marie noch nicht. Ihr Vorstellungsvermögen reicht offenbar noch nicht aus für Skripts wie "wir backen einen Kuchen und essen ihn auf" incl. Zutaten in die Schüssel werfen, den Mixer (auch der ist dabei!) betätigen, die Form in den Ofen schieben, warten, den fertigen "Kuchen" herausholen, möglichst mit Topflappen, denn "aus Spaß ist der ja jetzt heiß", einen Teller holen, ein Stück imaginäre Torte drauflegen und essen spielen. Hm, okay, wenn ich das hier jetzt so aufgeschlüsselt lese, klingt es auch ziemlich komplex. Marie jedenfalls spielt nur kleinere Szenen, die auch noch sehr stark an real vorhandene Objekte geknüpft sind, etwa mit dem Messer eine zweiteilige Banane durchschneiden, oder ihrer Plüschmaus den Popo mit einem Taschentuch (das ich ihr erst geben muss, also sie kann noch nicht so tun, als ob sie ein Tuch in der Hand hätte) saubermachen und der Maus eine ihrer eigenen Windeln anlegen. Die Bescherung in der Windel wiedrum kann sie sich schon gut vorstellen und wirft die von der Maus "Benutzte" rigoros in den Mülleimer


Am meisten amüsieren also vorerst noch eher motorische Spiele mit dem Küchenzubehör. So hat sie sich heute ausgeschüttet vor Lachen, als ich ein Plastikei von einem Teller auf den anderen jongliert habe, und das Ei natürlich ab und zu hinunterfiel. Oder sie quietscht über den Plastiktoast, der aus dem Toaster heraushüpft und von mir mit einem Teller eingefangen wird. Aber nunja, schließlich soll die Art Spielzeug, wie es die Küche darstellt, ja auch die Entwicklung auf dem Spiel- und Phantasiesektor fördern, also wird Marie sicher demnächst auch mehr Handlungsmöglichkeiten entdecken als das Zubehör in Taschen einzuräumen oder in der Wohnung zu verteilen oder rumzuschmeißen.
Entdeckt hat Marie heute erstmals bewusst meine Haare. Irgendwann wollte sie den Haargummiknoten lösen und hat sich anschließend zunächst mit meinem "Haarschleier" belegt und versucht, hindurch zu gucken; dann wollte sie das dicke Haargummi auch mal in ihren Haaren haben. EIgentlich mag Marie noch gar keinen Haarschmuck (obwohl ihren süßen Löckchen Spangen oder kleine Zöpfchen gut stehen würden), aber mit dem Haargummi - aus dem aufgrund seines Umfang freilich nur noch Millimeter von Maries Haaren herausschauten - lief sie eine ganze Weile herum und betrachtete sich auch im Spiegel. Später hat sie sich auch freiwillig einen Haarreifen auf den Kopf gesetzt. Wer weiß, vielleicht kommt sie nun doch auf den (Mädchen-)Geschmack.
Sprachlich war heute übrigens nicht allzu viel mit Marie los. Während es mir noch letztes Mal nach der dreiwöchigen Pause vorgekommen war, als ob sie sehr viel mehr reden würde, war sie heute eigentlich recht schweigsam. Naja, sie hat zwar vor sich hingebrabbelt und Gehörtes nachgesprochen und auch versucht, bei einer Liederkassette mitzusingen, aber insbesondere auf Fragen zu antworten ist noch nicht so ihr Ding. Z.B. in Bezug auf Bilderbücher, oder "wer-wie-wo-Fragen". Meistens antwortet sie nicht. Ich bin mir nicht so sicher, wieviel sie versteht. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass sie schon ziemlich verständig ist, obwohl sie noch nicht antworten konnte, aber nun, wo sie es theoretisch könnte und nicht tut, bin ich verwirrt!
Am Fr, 29. Dez, 23:33 über Teilzeit-Mini ehemals: Marie